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Modul 10: Maßnahmen und Unterstützung zur direkten Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit benachteiligter Auszubildender

Textlektion

Lektion 10.1: Emotionale Intelligenz

Soft-Skills-Training macht Mitarbeiter_innen nicht nur glücklicher und zufriedener, sondern kann auch ihre Leistung deutlich steigern. Zu den wichtigsten Soft Skills zur Leistungssteigerung gehört insbesondere die emotionale Intelligenz (EI). 

EI ist entscheidend für 

  • effektive Kommunikation, 
  • Führung und 
  • zwischenmenschliche Beziehungen. 

Es beinhaltet 

  • Erkennen, 
  • Verständnis und 
  • mit den eigenen Emotionen umgehen 
  • sowie mit den Emotionen anderer. 

Im Folgenden finden Sie einige konkrete Aktivitäten zur Entwicklung und Förderung der emotionalen Intelligenz bei Auszubildenden aus sozial schwachen Verhältnissen oder mit geringeren Chancen: 

  1. Übungen zur emotionalen Selbstwahrnehmung – Emotionales Tagebuch:
  • Lassen Sie die Auszubildenden ein emotionales Tagebuch führen, in dem sie täglich emotionale Erlebnisse, Auslöser und Reaktionen festhalten. Besprechen Sie Muster und Erkenntnisse in Einzelgesprächen, um ihnen zu helfen, ihre emotionalen Auslöser und Reaktionen zu verstehen. 
  • Ergebnis: Das Bewusstsein für die eigenen Emotionen und deren Auswirkungen wird geschärft und es wird geholfen, Emotionen angemessen auszudrücken. 
  1. Achtsamkeit und Stressbewältigung – Achtsamkeitspraxis:
  • Machen Sie die Auszubildenden mit Achtsamkeitsübungen wie Atemübungen, Meditation oder Yoga vertraut. Diese Übungen helfen, Stress zu bewältigen und im Hier und Jetzt zu bleiben. 
  • Ergebnis: Achtsamkeit kann die Emotionsregulation verbessern und Stress reduzieren, sodass Auszubildende ein besseres emotionales Gleichgewicht bewahren können. 

Ressource: Achtsamkeitstechniken zur Emotionsregulierung 

  1. Aktivitäten zur Entwicklung von Empathie – Rollenspielszenarien:
  • Implementieren Sie Rollenspiele, in denen die Auszubildenden auf verschiedene emotionale Situationen reagieren müssen, z. B. einen verzweifelten Kollegen trösten oder auf die Sorgen eines Teammitglieds eingehen. Besprechen Sie ihre Reaktionen und erarbeiten Sie Möglichkeiten zur Verbesserung der empathischen Kommunikation. Erklären Sie, dass die Auszubildenden so in einem geschützten Umfeld ihre Soft Skills entwickeln können, die mindestens genauso wichtig sind wie ihr Fachwissen. 
  • Erklären Sie, dass Auszubildende auf diese Weise in einem geschützten Rahmen ihre Soft Skills entwickeln können, die mindestens genauso wichtig sind wie ihr Fachwissen. 
  • Ergebnis: Helfen Sie den Auszubildenden, Empathie zu entwickeln, indem sie die Gefühle anderer verstehen und darauf reagieren. 
  • Verbesserung: Integrieren Sie Gruppendiskussionen mit anderen Auszubildenden, um Feedback von Kollegen zu empathischen Reaktionen zu erhalten. 
  1. Emotionen bei Arbeitsaufgaben angemessen ausdrücken – Szenariobasiertes Rollenspiel:

Schaffen Sie Szenarien, in denen Auszubildende ihre Emotionen während der Arbeit angemessen ausdrücken müssen. Diese Szenarien sollten Situationen beinhalten, in denen sie sich unsicher fühlen, eine Aufgabe nicht verstehen oder sich überfordert fühlen. Es braucht Übung, sich in einer emotional unangenehmen Situation ausdrücken zu können. 

Szenario 1: Ein Lehrling ist sich bei einer ihm übertragenen Aufgabe unsicher. Ein Lehrling übernimmt die Rolle des Lehrlings, ein anderer die des Vorgesetzten. 

  • Übung: Die/der Auszubildende übt, ihre/seine Unsicherheit auszudrücken und nachzufragen: „Mir ist die Aufgabenstellung nicht ganz klar. Könntest du sie bitte noch einmal erklären oder ein Beispiel geben?“ 

Szenario 2: Ein Azubi fühlt sich in einer bestimmten Situation unsicher. Ein Azubi spielt die Rolle des Azubi, ein anderer die des verantwortlichen Kollegen. 

  • Übung: Der/die Auszubildende übt, seine/ihre Bedenken auszudrücken: „Ich fühle mich ohne weitere Schulung nicht sicher im Umgang mit diesem Gerät. Können wir einen Termin vereinbaren, um das durchzugehen?“ 

Szenario 3: Ein Azubi fühlt sich mit seiner Arbeitsbelastung überfordert. Ein Azubi übernimmt die Rolle des Azubi, ein anderer die des Teamleiters. 

  • Übung: Die/der Auszubildende übt, ihre/seine Gefühle auszudrücken: „Ich fühle mich mit der aktuellen Arbeitsbelastung überfordert. Können wir die Aufgaben priorisieren und realistische Termine festlegen?“ 

Ergebnis: Auszubildende lernen, ihre Gefühle und Sorgen auf professionelle Weise auszudrücken, was zu einem sichereren und besser unterstützenden Arbeitsumfeld beiträgt.